25.06.2016 / Artikel / /

Hoher Besuch für CVP Bezirk Frauenfeld

Bereits zum zweiten Mal fand der Sommeranlass der CVP-Bezirkspartei Frauenfeld in gediegenem Rahmen in der Scheune des Hotels Greuterhof in Islikon statt. Diesjähriger Gast war der neue Präsident der CVP Schweiz, der Zuger Nationalrat Gerhard Pfister. In einem Referat beleuchtete er insbesondere die Rolle der Mitteparteien im schweizerischen Konkordanz-System.

Islikon – Am vergangenen Donnerstag lud die CVP des Bezirks Frauenfeld zum Sommeranlass für Freunde und Gönner ins Hotel Greuterhof ein. Bezirkspräsident Stefan Geiges betonte bei seiner Begrüssung, dass er sich über den Besuch des Parteipräsidenten, Nationalrat Dr. Gerhard Pfister sehr freue und grosse Hoffnung in ihn setze. Mit Sorge beobachte er aber, dass das politische Milizsystem zunehmend an Boden verliere und es immer mehr Vollzeit-Politiker gebe. Bei Gerhard Pfister sei dies nicht der Fall, so Geiges, nachdem er dessen Lebenslauf präsentiert hatte. Er staune, wozu der Präsident der Schweizerischen Partei Zeit finde und er lobte dessen ehrenamtliche Engagements. Mit einem Augenzwinkern erwiderte Pfister, dass es ein Vorteil wäre, wenn die Politiker weniger Zeit hätten.

Probleme statt Lösungen stehen im Zentrum

In seinem Referat nahm Gerhard Pfister Stellung zur Frage, ob das schweizerische Konkordanz-System ein Auslaufmodell sei. Dazu warf er einen Blick zurück und stellte fest, dass die bis in die 90er Jahre gepflegte Verhandlungspolitik der bürgerlichen Parteien durch eine Thesenpolitik abgelöst worden sei. Den Grund dafür ortete Pfister beim Zerbrechen des bürgerlichen Lagers. Mit der Medialisierung der Politik wurde die politische Debatte aus den Ratssälen in die Öffentlichkeit getragen. Im Zentrum stehen nicht mehr die Lösungen, sondern die Probleme. Rechte Parteien haben diese Entfremdung forciert, mit dem Resultat, dass sie entsprechend Zulauf hatten.

Bald wieder führende Zentrumspartei

Für die politische Mitte, insbesondere für die CVP zeigte sich Pfister aber optimistisch. Er ist überzeugt, dass die kleinen Zentrumsparteien, welche im letzten Herbst massive Verluste einfahren mussten, marginalisiert würden. Die CVP werde sich als führende Zentrumspartei etablieren. Aber, so Pfister, die CVP müsse sich mehr um die Wähler bemühen und ihre Positionen klarer, unnachgiebiger und provokativer vertreten. Im Anschluss an das Referat wurde an den Tischen rege diskutiert und der Abend konnte in gemütlicher Atmosphäre ausklingen.

Pfister_Stähelin

Der Präsident der CVP Schweiz, Nationalrat Dr. Gerhard Pfister, vertieft im Gespräch mit alt Ständerat Philipp Stähelin

Geiges_Pfister

Bezirkspräsident Stefan Geiges bedankt sich bei Gerhard Pfister für den Besuch.