07.09.2016 / Communiqués / /

Das wertvollste Kapital!

Am vergangenen Montag fand in Frauenfeld eine weitere Veranstaltung der CVP des Bezirks Fauenfeld unter dem Jahresmotto“ Werkplatz Thurgau“ statt. „Die Mitarbeitenden – das wertvollste Kapital“, lautete der Titel. Die Diskussion drehte sich um die Frage, welche Handlungsoptionen den Unternehmen und dem Staat offen stehen, damit genügend qualifiziertes Personal zur Verfügung steht.

Frauenfeld – Zum dritten Anlass der CVP-Veranstaltungsreihe „Werkplatz Thurgau“ durfte Bezirkspräsident Stefan Geiges wiederum eine grosse Schar politisch interessierter Personen im Pavillon des Murgauenparks in Frauenfeld begrüssen. Nach einem mitreissenden Inputreferat diskutierte das mit den Regierungsparteien bestückte Podium intensiv. Die CVP scheue sich nicht, andere Parteien zur Diskussion einzuladen, so Geiges, denn der CVP ist eine sachliche Diskussion über die Parteigrenzen hinaus wichtig.

Herausforderungen im internationalen Wettbewerb

In seinem Inputreferat legte Dr. Oliver Vietze, CEO der Baumer Group dar, welches die Herausforderungen für ein international tätiges Unternehmen sind. Mit einem Blick auf die Markt- und Preisentwicklung der letzten Jahre zeigte Vietze auf, dass im internationalen Markt wesentlich andere Bedingungen herrschen als in einem kleinräumigen Markt. Mit stetiger Verbesserung, jährlicher Effizienzsteigerung sowie mit kompetentem und motiviertem Personal stellt sich Baumer Group dem internationalen Druck.
Allerdings, so stellte Vietze fest, bestehe ein Mangel an Fach- und Führungskräften. Baumer Group setzt auf verschiedenste Massnahmen wie gezielte Weiterbildung und Karriereplanung, primäre sekundäre Benefits sowie eine ausgeprägte Unternehmenskultur, um als interessantes Arbeitgeber auftreten zu können. Wichtig sei besonders die Unterstützung der Politik, damit die Flexibilität des Arbeitsmarktes erhalten bleibe, die Bürokratie für den internationalen Handel abgebaut werde und insbesondere die Zuwanderung von Fachkräften aus dem Ausland möglich sein müsse.
Zwischen Teilzeitarbeit und  flexiblem Rentenalter

In der anschliessenden Diskussionsrunde unter Moderator Andreas Anderegg, führte die Frage nach möglichen Handlungsoptionen, damit genügend qualifiziertes Personal zur Verfügung steht, in verschiedene Themenbereiche. Kantonsrat Ueli Oswald (FDP) stellte fest, dass junge Menschen Interesse an einer interessanten Arbeit haben, aber auch an einem aktiven Freizeitleben. Die Löhne sind so attraktiv, dass es sich mit einem 80%-Pensum gut leben lasse, pflichtete Marianne Sax (Kantonsrätin, SP) bei. Aus Sicht von CVP-Frau Kathrin Bünter liege aber bei den Frauen noch grosses Potential brach, welches mit kleineren Pensen aktiviert werden könnte. Insgesamt aber, so war man sich einig, fehlen Fach- und Führungskräfte, weil häufig die Karriereplanung nicht mehr im Zentrum steht und der Lohn zwar ein wichtiges, aber nicht mehr das einzige Kriterium sei, welches bei der Stellensuche im Fokus stehe. Thomas Lang, CVP merkte an, dass die Unternehmen eine schwierige, aber nicht unlösbare Aufgabe haben, Befriedigung im Arbeits- wie auch im Privatleben zu fördern. Insgesamt präsentiere sich die Situation für die Arbeitnehmer gut, pflichtete auch Bauunternehmer Mathias Tschanen, SVP bei. Einzig jene Mitarbeiter, welche wenig leistungsfähig sind, blieben auf der Strecke, dies vor allem deshalb, weil sich die Gewerkschaften mehr für ihr Image als für das wohl der Arbeitnehmer einsetze.
Aus dem Publikum wurde schliesslich die Frage nach der Erhöhung des Rentenalters gestellt, um dem Mangel an Fachkräften entgegenzuwirken. Hier plädierten vor allem die Vertreter der Wirtschaft für flexible Lösungen, da  mangels Fachpersonal immer wieder Pensionierte beispielsweise zum Leiten einzelner Projekte herangezogen werden müssten.

In seinem Schlusswort bedankte sich der Präsident der CVP-Ortspartei Frauenfeld, Christoph Regli den Teilnehmenden auf dem Podium sowie dem Publikum für die anregende Diskussion und lud zum gemütlichen Ausklang ein.

Podium (v.l.n.r): Kathrin Bünter und Thomas Lang (beide CVP), Ueli Oswald (FDP), Marianne Sax (SP), Mathias Tschanen (SVP) und Moderator Andreas Anderegg.

Podium (v.l.n.r): Kathrin Bünter und Thomas Lang (beide CVP), Ueli Oswald (FDP), Marianne Sax (SP), Mathias Tschanen (SVP) und Moderator Andreas Anderegg.