19.02.2018 / Artikel / /

Die KESB ermöglicht mehr Individualität

Die Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde (KESB) kann mit ihren massgeschneiderten Lösungen zielgerichteter arbeiten, als es früher mit den „starren“ Massnahmen Beistandschaft, Beiratschaft und Vormundschaft der Fall war. Die Anlaufschwierigkeiten sind verflogen und die Zusammenarbeit spiele sich ein, sagte René Ziörjen, Vizepräsident der KESB Münchwilen, in Uesslingen.

cvp. Referent René Ziörjen, der an Stelle der erkrankten Dr. Barbara Merz eingesprungen war, vermittelte den rund zwei Dutzend Besucherinnen und Besuchern beim Anlass der CVP Gachnang, Uesslingen und Umgebung einen Einblick in die Tätigkeiten der Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde (KESB). Diese hatte anfangs 2013 ihre Tätigkeit aufgenommen und damit die Vormundschaftsbehörde abgelöst.

An Extremfällen gemessen
Seit die KESB ihre Arbeit aufgenommen hat, machte sie immer wieder negative Schlagzeilen – wobei die KESB aber an „Extremfällen gemessen wird“, wie Ziörjen dazu sagte. Tatsächlich hätten die Betroffenen heute mehr Rechte. Ausserdem gebe es an Stelle der starren Massnahmen nun massgeschneiderte Lösungen – namentlich die Begleitbeistandschaft, die Vertretungsbeistandschaft, die Mitwirkungsbeistandschaft und die Umfassende Beistandschaft, fasste Ziörjen im „Chilegmeindhuus“ zusammen. Wie er zum Vorgehen der KESB sagte, werden bei einer Gefährdung wenn immer möglich gemeinsam mit den Betroffenen Lösungen gesucht.

Rund um die Uhr erreichbar
Im Thurgau ist die Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde bezirksweise organisiert. In jedem der fünf Bezirke gibt es eine KESB. Diese Behörde befasst sich – wenn die Voraussetzungen für ein Eingreifen gegeben sind – im Rahmen des Zivilrechts (ZGB) um Kinder und Erwachsene. Und dies in der gesamten Lebensspanne, von der Geburt bis zum Tod. Dabei bietet die KESB einen Service rund um die Uhr – sie ist auch über die Kantonale Notrufzentrale erreichbar.


Bildlegenden:
René Ziörjen informierte in Uesslingen über die Tätigkeit der Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde.
Anja Scholz, Präsidentin der CVP Gachnang, Uesslingen und Umgebung, zusammen mit Referent René Ziörjen.