31.05.2018 / Communiqués / /

Computer kann Lehrperson nicht ersetzen

Die CVP des Bezirks Frauenfeld hat sich für das Jahr 2018 das Thema Digitalisierung auf die Fahne geschrieben.  Der Volksschule stehen diesbezüglich grosse Herausforderungen bevor, im Zentrum stehe aber nach wie vor die soziale Funktion der Schule und die Lehrpersonen spielen nach wie vor eine wichtige Rolle, so der Grundtenor dieses Anlasses.

CVP – Am vergangenen Dienstag fand in Steckborn die zweite Veranstaltung der CVP des Bezirks Frauenfeld zum Thema Digitalisierung statt. Der Fokus richtete sich dieses Mal auf den Bildungsbereich und damit die Chancen sowie Risiken der Digitalisierung für die Volksschule. Für das Inputreferat konnte Jürg Widmer vom Amt für Volksschule Thurgau gewonnen werden. Aus Sicht der Schulentwicklung zeigte er die Chancen und Herausforderungen auf. Durch die Digitalisierung finde im Bereich Lehren und Lernen eine vermehrte Kompetenzorientierung statt, die Innovation im Sinne von Schul- und Unterrichtsentwicklung werde intensiviert und in den Bereichen Administration, Planung und Kommunikation könne die Effizienz verbessert werden. Schulen wie Lehrpersonen müssen sich nun der Herausforderung stellen, dass sich Schule und Unterricht, nicht nur im Bereich Medien und Informatik, kontinuierlich weiterentwickle, so Widmer. Das stetige Tempo sorge für eine gewisse Unsicherheit unter den Lehrpersonen, so  dass Schulbehörden und Schulleitungen ihre Führungsfunktion wahrnehmen und gemeinsam mit ihren Teams diese Aufgabe angehen müssten.

 

Schule der Zukunft

Moderator Patrick Siegenthaler

Die Diskussion mit dem Titel „Schule der Zukunft“ fand unter der Leitung von Patrick Siegenthaler statt, Schulpräsident der Primarschulgemeinde Herdern-Dettighofen. Auch alle Podiumsteilnehmenden konnten eine Bildungshintergrund aufweisen: Kantonsrätin Kathrin Bünter (CVP) ist Kita-Leiterin, Elisabeth Herzog Engelmann (CVP) hat einen Hintergrund aus der Erwachsenenbildung, Kantonsrat Walter Hugentobler (SP) äusserte sich als ehemaliger Schulleiter und Dozent der PH ZH, Benjamin Spitteler ist Mitglied der Primarschulbehörde Eschenz und Dominik Spycher (FDP) unterrichtet am BZT Frauenfeld und deckte damit den Teil Berufsbildung ab.
Die Frage nach den Chancen der Digitalisierung wurde vielfältig beantwortet. Das individualisierte Lernen werde noch besser möglich und der Computer erhöhe den Spassfaktor an gewissen Lernaufgaben. Walter Hugentobler äusserte sich besonders pointiert und vertrat die Meinung, dass der Einsatz der digitalen Medien natürlich in den Unterricht einfliessen soll und die Anwenderkompetenzen im Unterricht zum Einsatz kommen müssen. Darüber, dass die Politik die nötigen Mittel zur Verfügung stellen, sich aber nicht in die Umsetzung einmischen solle, herrschte Einigkeit. Die provokative Frage von Siegenthaler, ob denn Schülerinnen und Schüler einen Teil des Lehrstoffes schon bald von zuhause aus erarbeiten könnten, wurde verneint. Gerade durch die Digitalisierung werde die Rolle der Lehrperson wichtiger denn je, denn die Schule habe auch einen wichtigen sozialen Auftrag. Nun gelte es, den Lehrpersonen für die Bewältigung dieser Entwicklung und den damit verbundenen steigenden Anforderungen das nötige Rüstzeug zukommen zu lassen.

Podium (v.l.n.r): Kathrin Bünter (CVP), Elisabeth Herzog (CVP), Walter Hugentobler (SP), Bejamin Spitteler (SVP) und Dominik Spycher (FDP).