06.09.2018 / Artikel / /

Unbehagen wegen radioaktiven Abfällen

Die Region Zürich Nordost kommt als Standort für ein Endlager für radioaktive Abfälle in Frage. Obwohl es noch Jahrzehnte dauert, bis radioaktive Abfälle in 700 Metern Tiefe eingelagert und die Zugänge zu den Stollen versiegelt würden, sorgt die allfällige Lagerung von radioaktiven Abfällen für ein gewisses Unbehagen in der Region.
Jürg Grau informierte als Präsident der Regionalkonferenz auf Einladung der CVP Gachnang, Uesslingen und Umgebung im Gemeindehaus in Oberneunforn zum Thema Tiefenlager. Obwohl der Bundesrat den Standortentscheid für ein Endlager für radioaktive Abfälle erst im Jahr 2029 fällt, beschäftigt das Thema die Menschen in der Region. Dies wurde bei der Fragerunde im Anschluss an die Ausführungen von Jürg Grau deutlich, der zugleich Gemeindepräsident von Feuerthalen ist.
Drei Standorte
Neben Jura Ost und Nördlich Lägern (Stadlerberg) ist die Region Zürich Nordost ein möglicher Standort für ein geologisches Tiefenlager, also einem Endlager für radioaktive Abfälle. Alle Standorte verfügen im Untergrund über eine grosse Schicht von Opalinuston, die sich quer durch die Schweiz zieht und die sich für eine solche Endlagerung bestens eignet. Die radioaktiven Abfälle in der Schweiz stammen zu zwei Dritteln aus Kernkraftwerken und zu einem Drittel aus der Medizin, der Industrie und der Forschung. Aktuell werden die radioaktiven Abfälle in oberirdischen Zwischenlagern vor allem in Würenlingen gelagert.
Lange Zeitachse
Um die hohen Temperaturen von hochradioaktiven Abfällen zu reduzieren, „müssen diese rund 40 Jahre lang gekühlt werden, bevor sie versenkt und danach versiegelt werden können.“ Das Einbringen dieser radioaktiven Abfälle ins Tiefenlager wird mehrere Jahre in Anspruch nehmen. Der Bau des Tiefenlagers und der notwendigen Einrichtungen an der Oberfläche wird Emissionen wie eine mittlere Tunnel-Baustelle verursachen. Dabei sind allerdings auch positive Auswirkungen aus wirtschaftlicher Sicht zu erwarten wie Arbeitsplätze und Übernachtungen. Aufgrund des langen Zeithorizonts werden sich auf jeden Fall aber erst die künftigen Generationen mit der Endlagerung dieser – und den neu anfallenden – radioaktiven Abfälle auseinander zu setzen haben. Gleichzeitig gab sich Jürg Grau überzeugt, dass verbrauchte Brennelemente aus den Kernkraftwerken
„irgendwann“ der Wiederverwertung zugeführt werden können – „daran wird gearbeitet“.
Im Anschluss an das Referat wurde das Thema „Endlager“ bei einem Apéro ausgiebig diskutiert. (aa)

Jürg Grau bei seinen Ausführungen.