06.09.2020 / Communiqués / /

CVP Bezirk Frauenfeld informiert über die Kampfflugzeugbeschaffung

Am 1. September hat die CVP Bezirk Frauenfeld zu einem öffentlichen Referat mit Stellvertreter Kommandant Luftwaffe, Brigadier Werner Epper, eingeladen. Zahlreiche Interessierte folgten der Einladung und profitierten von Informationen aus erster Hand.

Brigadier Werner Epper wies gleich zu Beginn seines Referats auf den sicherheitspolitischen Kontext hin, der aktuell stark durch individuelle Staatsinteressen geprägt wird. Innerhalb dieser neuen Machtpolitik schildert er die vielseitigen Aufgaben der Luftwaffe, die unter anderem den Schutz des Schweizer Luftraums umfassen. Er legte eindrücklich dar, wie die vorhandenen Mittel schon heute veraltet sind oder es bald sein werden, wodurch kritische Fähigkeitslücken im Bereich der integrierten Luftverteidigung und der luftgestützten Aufklärung entstehen. Wenn heute der Entscheid für neue Kampfflugzeuge gefällt wird, werden diese erst in zehn Jahren ausgeliefert. Die Dauer des Beschaffungsprozesses kann nicht beschleunigt werden, da bspw. ein Grossteil der langen Bereitstellungszeit umfassenden Softwaretests gewidmet wird. Die Kampfflugzeuge bilden, zusammen mit weiteren Massnahmen der bodengestützten Luftverteidigung, den Inhalt des Programms Air2030. In diesem enthalten, ist auch die Erneuerung des Einsatzleitungssystems. Dieses analysiert die Werte der unzähligen Sensoren und ermöglicht es der Departements-Chefin die Luftlage auf dem iPad mitzuverfolgen.

Kein Tunnelbau mit Handbohrmaschine
Die Besucherinnen und Besucher hatten die Gelegenheit Brigadier Epper Fragen zu stellen. Eine erste Diskussion fachte zu den vier Flugzeugmodellen auf, die in der engeren Wahl des Bundes stehen. Alle vier Modelle erfüllen das Pflichtenheft. Der Entscheid liege, nach einer umfassenden Evaluation mit gewichteten Kriterien, beim Bundesrat. Weiter wurde intensiv darüber diskutiert, was ein Flugzeug kann, was nicht auch vom Boden aus möglich wäre. Es sei die Arbeit in der dritten Dimension «von oben nach unten schauen zu können», wie Werner Epper erklärte. Auch die Frage nach möglichen Alternativen bewegte die Anwesenden. Drohnen, wie sie bspw. kürzlich vom Tesla- Gründer Elon Musk in Aussicht gestellt wurden, seien erst in 10 bis 20 Jahren so weit, die Arbeit von Kampfflugzeugen zu ersetzen. Trainingsflugzeuge sind ebenso keine Alternative, denn sie sind – wie es schon der Name verrät – lediglich fürs Training und nicht für Einsätze vorgesehen. Ihre Geschwindigkeit oder auch das Radarsystem reichen nicht aus. Das Fazit von Brigadier Epper: «Der Ceneri Basitunnel wurde auch nicht mit einer Handbohrmaschine gebaut».

Gemütlicher Ausklang im Finnenkerzenlicht
Nach der abwechslungsreichen, kurzweiligen Fragerunde folgte ein Apéro vor der Maurerlehrhalle. Im Licht von Finnenkerzen wurden noch lange die Argumente Pro und Contra Kampfflugzeuge ausgetauscht. Unter den Besuchenden waren etliche Mitglieder des Parteivorstandes sowie die amtierenden Grossräte Maja Bodenmann, Kathrin Bünter und Christoph Regli auszumachen. Mit seinem ersten öffentlichen Anlass gelang dem neuen Bezirkspräsidenten Patrick Siegenthaler ein gelungener Einstand.

Die Veranstaltung in Frauenfeld stiess auf reges Interesse