02.04.2021 / Communiqués / /

Unser Wald – Unser Glück

Rund 30 Interessierte verfolgten die öffentliche Online-Veranstaltung der CVP Bezirk Frauenfeld zum Thema „Unser Wald – Unser Glück“. Referent Franz Eugster verstand es sein umfangreiches Wissen rund um Waldfunktionen, Waldnutzung und Wertschätzung spannend an die Zuhörenden weiterzugeben.

Die vielfältige und intensive Nutzung des Waldes bereitet dem Referenten Franz Eugster, Kantonsrat CVP, Waldbesitzer und Mitglied von WaldThurgau grosse Freude. Er macht in seinen Ausführungen deshalb deutlich, wie wichtig es ist, dem Wald die nötige Wertschätzung entgegenzubringen und uns an geltende Regeln zu halten. Nur so wird das Erholungsgebiet Wald auch in Zukunft uneingeschränkt zur Verfügung stehen.

Der Thurgauer Wald kämpft mit Problemen
Der Wald ist für uns Menschen wichtig und wird vielfältig genutzt. Im Thurgau haben wir haben viel Waldfläche. Aber dem Wald geht es nicht gut. Die zunehmende Trockenheit führt zu höherem Befall durch den Borkenkäfer und der Rottannenbestand reduziert sich drastisch. Die Esche ist durch eine Pilzerkrankung stark bedroht und aus dem Ausland eingeschleuste Pilzkrankheiten führen bei vielen Bäumen zu irreparablen Schäden, welche die Fällung zur Folge haben. Glücklicherweise hegen und pflegen viele Waldbesitzer*innen aus reiner Leidenschaft und mit viel Engagement unseren Wald. Damit leisten sie einen wichtigen Beitrag, um den Wald zu erhalten.

Heimisches Holz nutzen
Patrick Siegenthaler, Präsident CVP Bezirkspartei Frauenfeld, moderiert in gewohnt souveräner Weise. Er fragt Eugster, ob Waldbesucher*innen künftig Eintritt zahlen müssten, wenn sie den Wald betreten wollen. „Nein, aber tragen sie dem Wald Sorge, halten sie sich an die Regeln und lassen sie keinen Abfall liegen. Nutzen sie heimisches Holz für ihre Grill- und Cheminéefeuerung und helfen sie mit, dass das viele Schlagholz genutzt wird“. Die kurze Online-Umfrage stimmt optimistisch. Die Anwesenden geben an 100% Schweizer Holz zu nutzen und der Importware der Grossverteiler aus dem Weg zu gehen.

Bikertrails und Waldschulen
Mit der Frage, ob der Kanton oder WaldThurgau Angebote für Biker schaffen werden, startet die offene Fragerunde. Eugster erklärt, dass man da eher zurückhaltend sei. Erfahrungen mit bereits vorhandenen Angeboten haben nicht zum erwünschten Erfolg geführt. Doch Verbände und Nutzer*innen suchen laufend nach guten, gemeinsamen Lösungen. Kann sich Eugster eine Schule im Wald vorstellen? Er ist überzeugt, durch Waldpädagogik kann Kindern die Natur und der Umgang näher gebracht werden. Aber er weist darauf hin, dass dies mit den Waldbesitzern und Förstern gut abgesprochen werden muss. Insbesondere wenn dafür Bauten erstellt werden sollen.

Sorge tragen
Inwieweit Neophyten den Thurgauer Wald beeinflussen, möchte eine Interessierte wissen. Dies sei tatsächlich ein grosses Problem. Eugster nennt den Kirschlorbeer. Schon aus kleinen Schnittstücken können sich Wurzeln bilden oder die Samen verbreiten sich unkontrolliert über den Vogelkot. Eugster meint, der ausländische Kirschlorbeer sollte nicht mehr verkauft werden dürfen. „Erstellen sie ihre Gartenhecke mit heimischen Pflanzen“. Der spannende und informative Anlass endete nach 90 Minuten mit einem einfachen Appell: „Nutzen sie den Wald für ihre vielfältigen Aktivitäten – tragen sie ihm aber Sorge.“

Franz Eugster & Patrick Siegenthaler

Referent Eugster (links) und Moderator Siegenthaler berichten aus dem digitalen Wald